Lässt Werder Naldo gehen?

Sein Wechsel wäre sportlich ein großer Verlust für Werder Bremen, doch Naldo scheint es ernst zu meinen: Der brasilianische Innenverteidiger will die Grün-Weißen noch vor Ende Januar verlassen - nach eigener Aussage lockt Internacional Porto Alegre aus der Heimat. Wie verhält sich die Klub-Spitze um Klaus Allofs? Naldo zumindest ist stark entschlossen, das Kapitel Werder nach sechseinhalb Jahren zu beenden. Am Tag vor dem Abflug ins Trainingslager in der Türkei kündigte Naldo an: "In Belek werde ich mit Klaus Allofs reden." Er will um die Freigabe ersuchen, sein Kontrakt ist noch bis 2013 datiert. Wie Werder reagiert, ist klärungsbedürftig. Auf der einen Seite winkt eine Millionensumme, im Gegensatz dazu hatte Allofs zu Wochenbeginn im kicker klargestellt, dass man Naldo "auf keinen Fall" abgeben wolle: "Im Winter steht kein Spieler zum Verkauf." Aber: "Sollte ein seriöses Angebot kommen, werden wir uns damit auseinandersetzen. Diese Vereinbarung haben wir mit unseren Profis." Naldo verspricht sich von seiner Heimkehr nach Brasilien zu Beginn "mehr Chancen auf die WM" - die findet 2014 in seiner Heimat statt. Außerdem erklärte der 29-Jährige, der bislang viermal für die Selecao auflief: "Brasilien ist mein Land. Man kann dort so viel Geld verdienen wie in Europa." Tatsache ist, dass Naldos Rücktritt sportlich ein schwerwiegender Verlust für die Bremer wäre, der Abwehrspieler nach Per Mertesackers Wechsel zum FC Arsenal im Sommer. Nach 14-monatiger Verletzungspause hatte sich Naldo in dieser Hinrunde zurück in die Mannschaft gekämpft und schnell wieder zu alter Zuverlässigkeit gefunden. In Belek, ist Naldo auf jeden Fall noch dabei - im Gegensatz zu Aaron Hunt: Der Mittelfeldspieler, für den Rückrundenauftakt in Kaiserslautern eh bis heute rotgesperrt, konnte auf Grund von Adduktorenproblemen nicht mitfliegen. Sollte seine Therapie in Bremen allerdings positiv vonstatten gehen, würde Hunt nachkommen. Schaaf nahm als Auswechselung Felix Kroos mit, sodass es bei einem 28-köpfigen Aufgebot bleibt. Aus dem Bundesliga-Kader fehlt sonst nur Tim Borowski, der immer noch mit seiner Sprunggelenksverletzung zu kämpfen hat. Dafür wohnen Sebastian Boenisch, Mikael Silvestre (beide nach Knie-OP) und Denni Avdic ( Hüft-OP) dem Trainingslager bei - Klaus Allofs nennt die drei Langzeitverletzten "unsere drei Neuzugänge".